Lieferando-Gebühren 2026 – was Restaurants wirklich zahlen
14 % oder 30 % Provision? Wir rechnen durch, was Lieferando Restaurants 2026 kostet – mit Beispielrechnung, versteckten Zusatzkosten und Tipps, wie du Provision sparst.
Lieferando bringt Bestellungen – aber zu welchem Preis? Viele Gastronomen sehen auf der Monatsabrechnung zum ersten Mal schwarz auf weiß, wie viel vom Umsatz beim Portal bleibt. In diesem Artikel zeigen wir dir, welche Gebühren 2026 anfallen, rechnen ein realistisches Beispiel durch und erklären, wie du deine Kosten senken kannst, ohne auf Lieferando ganz zu verzichten.
Kurz gesagt: Lieferando berechnet eine Provision pro Bestellung – nach den zuletzt öffentlich genannten Werten rund 14 %, wenn du selbst auslieferst, und rund 30 %, wenn Lieferando-Fahrer liefern. Dazu können Kosten für Online-Zahlung, Werbung und Hardware kommen. Bei 8.000 € Online-Umsatz im Monat sind das schnell über 1.000 € Provision.
Das Provisionsmodell: zwei Varianten
Lieferando arbeitet ohne feste Monatsgebühr. Stattdessen zahlst du für jede Bestellung einen Prozentsatz vom Bestellwert. Wie hoch der ausfällt, hängt vor allem davon ab, wer ausliefert:
| Modell | Wer liefert? | Provision (Richtwert) |
|---|---|---|
| Marktplatz | Dein Restaurant mit eigenen Fahrern | ca. 14 % |
| Lieferando-Lieferung | Fahrer von Lieferando | ca. 30 % |
Diese Werte hat Lieferando 2023 in einem offiziellen Factsheet veröffentlicht und gegenüber der Presse bestätigt. Einen neueren, öffentlich genannten Einheitssatz gibt es nicht – die tatsächlichen Konditionen stehen in deinem individuellen Partnervertrag. Branchenratgeber nennen für 2026 Spannen von 13–15 % bzw. 25–31 %.
Wichtig: Die Provision wird in der Regel auf den Bruttobestellwert berechnet – also inklusive Mehrwertsteuer. Von 14 % auf den Bruttobetrag bleibt bezogen auf deinen Nettoumsatz also effektiv noch etwas mehr hängen.
Zusatzkosten, die oft übersehen werden
Die Provision ist der größte Posten, aber nicht der einzige. Je nach Vertrag können dazukommen:
- Gebühr für Online-Zahlungen: Zahlt der Gast online (Karte, PayPal etc.), berichten Gastronomen und Ratgeber von einer zusätzlichen Gebühr pro Bestellung – genannt werden z. B. ca. 0,69 € pro Bestellung oder rund 3 %.
- Werbung und bessere Platzierung: Wer in der App weiter oben erscheinen will, zahlt für gesponserte Platzierungen oder Aktionen extra. Eine öffentliche Preisliste gibt es dafür nicht.
- Rabattaktionen: Gutscheine und Rabatte für Gäste gehen je nach Aktion ganz oder teilweise auf deine Kosten.
- Hardware: Für Bestell-Tablet oder Bondrucker können je nach Vertrag monatliche Kosten anfallen.
- Vertragslaufzeit: Achte auf Mindestlaufzeit und automatische Verlängerung.
Eine Anmeldegebühr verlangt Lieferando nach eigenen Angaben nicht.
Und die Servicegebühr? Seit 2025 berechnet Lieferando den Gästen eine Servicegebühr pro Bestellung. Die zahlt nicht das Restaurant – sie macht Bestellungen über das Portal für deine Kunden aber teurer als eine Bestellung direkt bei dir.
Beispielrechnung: Was kostet Lieferando im Monat?
Nehmen wir einen typischen Imbiss oder eine Pizzeria mit 8.000 € Online-Umsatz pro Monat (ca. 320 Bestellungen à 25 €):
| Eigene Lieferung (14 %) | Lieferando-Lieferung (30 %) | |
|---|---|---|
| Provision pro Monat | 1.120 € | 2.400 € |
| Provision pro Jahr | 13.440 € | 28.800 € |
| Pro Bestellung (25 €) | 3,50 € | 7,50 € |
Bei der 30-%-Variante sparst du dir zwar eigene Fahrer – trotzdem wird schnell klar: Bei jeder Bestellung geht ein spürbarer Teil deiner Marge ans Portal. Bei einer typischen Gastro-Marge von 5–15 % kann eine Bestellung über Lieferando im schlechtesten Fall kaum noch Gewinn bringen.
Hinweis: Zusatzkosten für Online-Zahlung, Werbung oder Aktionen sind in dieser Rechnung noch nicht enthalten.
Ist Lieferando deshalb schlecht?
Nein – fair bleibt fair. Lieferando hat echte Vorteile:
- Reichweite: Millionen Nutzer, die du allein nie erreichen würdest.
- Neukunden: Gäste, die dich noch nicht kennen, finden dich über die App.
- Logistik: Mit Lieferando-Fahrern brauchst du keine eigenen Fahrer.
Das Problem ist ein anderes: Lieferando kassiert die volle Provision auch dann, wenn ein Stammkunde bestellt, der dich längst kennt und ohnehin bei dir bestellt hätte. Gerade diese wiederkehrenden Bestellungen sind oft der größte Teil des Umsatzes – und genau hier verschenken viele Restaurants Geld.
So senkst du deine Lieferando-Kosten
1. Stammkunden auf deine eigene Bestellseite holen
Der wirksamste Hebel: Wer dich schon kennt, sollte direkt bei dir bestellen. Lege jeder Lieferung einen Flyer oder eine Karte mit QR-Code zu deiner eigenen Bestellseite bei – zum Beispiel mit einem kleinen Vorteil wie einem Gratis-Getränk bei Direktbestellung.
2. Eigene Online-Bestellung auf deiner Website und bei Google
Viele Gäste suchen dich bei Google oder Google Maps. Wenn dort ein Link zu deiner eigenen Bestellseite steht, landet die Bestellung bei dir – statt beim Portal.
3. Abholung fördern
Abholbestellungen sind für dich am günstigsten: keine Fahrer, keine Lieferkosten. Ein kleiner Abholrabatt rechnet sich oft schnell.
4. Lieferando gezielt für Neukunden nutzen
Behalte Lieferando als „Schaufenster“ für neue Gäste – aber sorge dafür, dass sie beim zweiten Mal direkt bei dir bestellen.
5. Vertrag prüfen und nachverhandeln
Schau in deinen Partnervertrag: Welcher Provisionssatz gilt, welche Zusatzgebühren, welche Laufzeit? Vergleiche regelmäßig, was dich das Portal tatsächlich kostet.
Die Alternative: eigenes Bestellsystem mit festem Monatspreis
Mit einem eigenen Online-Bestellsystem zahlst du keine Provision pro Bestellung, sondern einen festen Monatspreis. Bei Cloud Order sind das:
- Free: 0 € im Monat für bis zu 50 Bestellungen
- Pro: 59 € im Monat für unbegrenzte Bestellungen
Dazu kommen bei Online-Zahlung die üblichen Gebühren des Zahlungsanbieters Stripe (ca. 1,5 % + 0,25 € pro Kartenzahlung bei europäischen Karten). Barzahlung bei Abholung oder Lieferung bleibt gebührenfrei.
Zum Vergleich mit unserem Beispiel (8.000 € Umsatz, davon 70 % online bezahlt):
| Lieferando (14 %) | Cloud Order Pro | |
|---|---|---|
| Fixkosten | 0 € | 59 € |
| Provision | 1.120 € | 0 € |
| Zahlungsgebühren (geschätzt) | je nach Vertrag | ca. 140 € |
| Gesamt pro Monat | ab 1.120 € | ca. 200 € |
Das Geld bleibt bei dir – und die Kundendaten auch. Du kannst deinen Gästen direkt schreiben, eigene Aktionen machen und deine Preise selbst festlegen.
Jetzt kostenlos starten oder Einrichtung buchen – wir richten deine Speisekarte auf Wunsch für dich ein.
Häufige Fragen
Wie hoch ist die Lieferando-Provision 2026? Lieferando nennt keinen öffentlichen Einheitssatz mehr. Zuletzt offiziell genannt wurden rund 14 % bei eigener Lieferung und rund 30 % mit Lieferando-Fahrern. Der genaue Satz steht in deinem Partnervertrag.
Kostet die Anmeldung bei Lieferando etwas? Nach Angaben von Lieferando gibt es keine Anmeldegebühr. Die Kosten entstehen über die Provision pro Bestellung und mögliche Zusatzleistungen.
Wird die Provision vom Netto- oder Bruttobetrag berechnet? In der Regel vom Bruttobestellwert, also inklusive Mehrwertsteuer. Prüfe die genaue Berechnungsgrundlage in deinem Vertrag.
Wer zahlt die Lieferando-Servicegebühr? Die Servicegebühr zahlt der Gast, nicht das Restaurant.
Kann ich Lieferando und ein eigenes Bestellsystem gleichzeitig nutzen? Ja. Viele Restaurants nutzen Lieferando für Neukunden und ihre eigene Bestellseite für Stammkunden – so sinken die Provisionskosten, ohne dass Reichweite verloren geht.
Stand: November 2026. Alle Angaben zu Lieferando beruhen auf öffentlich verfügbaren Informationen (u. a. Lieferando-Factsheet 2023, Presseberichte, Branchenratgeber) und können von deinem individuellen Vertrag abweichen. Verbindlich sind ausschließlich die Konditionen in deinem Partnervertrag.